26. Jan, 2016

Leute, jetzt aber mal Schluss mit diesem lächerlichen Schwachsinn!

Es hat sich doch am Sonntagabend wieder aufs Albernste gezeigt.
Bei Anne Will sitzt eine Frau mit dem fidelen Namen Beatrix von Storch und in manchen Momenten seltsam kindlich-hilflosen Blick. Der darf uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese adrett Weißbehoste EU-Abgeordnete der AfD ist, mit einer jährlichen Diät von 98 568 Euro plus Kostenpauschale von jährlich 51 840 Euro und steuerfreien Tagegeldern von 306 Euro für die Plenarsitzungen.
Deshalb oder trotzdem darf sie psychische Irrlichtereien im öffentlich-rechtlichen Fernsehen darbieten. So etwas zum Beispiel: Der Syrer solle nicht integriert werden, weil: Er ginge ja ohnehin zurück. (Offen bleibt, ob man ihn zwischenzeitlich einfrieren solle oder ähnliches). Weiter geht's: Angie ginge in Bälde eventuell nach Chile. Was diese da wollen sollte - rätselhaft: Pinochet-Forschung? Margot-Honecker-Besucher? Anden-Mützen anprobieren? ..)

Wie weit sind wir denn gekommen? Ich war immer ein Feind des Kordhütchen-Sozialismus eines Honeckers und Co., kleinbürgerlicher Zirkus par excellence, keine Frage. Aber mittlerweile kommt mir das alles fast würdevoll vor angesichts dieses Panoptikums, was sich da in jüngster Zeit präsentiert.
Wir hatten ein Wort dafür früher: Reaktionär. Ich fand das immer überzogen und ideologisch. Aber es scheint zu existieren in realiter. Noch viel schlimmer, viel peinlicher und peinigender als ich je anzunehmen geneigt war. Im Jahr 2016.

Wenn man keine Lösungen hat, dann will man wenigstens eines: Zurück. Zurück wohin, sagen sie aber nicht genau. In die Idylle der 60er? Als man Homosexuelle noch gebührend anzuzeigen pflegte? In die Familiengemütlichkeit der Vergangenheit als Mami noch keine Geldkarte besaß, aber Papi die ehelichen Pflichten einfordern durfte?
Zurück gar in Mutters Schoß eventuell? Man weiß es nicht.

Keine Frage. Die Wünsche sind menschlich verständlich. Ich träume mich auch manchmal zurück an manchem Minusgrade-Winterabend ins elterliche Wohnzimmer. "Wetten dass" - mit Mum und Dad am Samstagabend, die ironisch-freundlichen Scherze meines Vaters im Ohr, der zu mir sagt "Mein Rickchen, ist das nicht köstlich?"

Aber sollte man diese Sehnsucht zur Grundlage einer ängstlichen Politik machen? Wohl kaum.

Seid erwachsen, Leute, wenn es um Angstmacher in der Politik geht und kindlich zu jeder möglichen Gelegenheit des Lebens! Dann wird vielleicht alles doch nicht so schlimm wie es zurzeit aussieht! Cool

(U.G. 25. Januar 2016)